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Alternative Trassenführung zwischen Seeschneider Kreisel und Nettelkofen

Meldung vom 12.06.2020

Landrat Robert Niedergesäß nimmt Stellung zur Diskussion um die Eiche

Eiche

Zur aktuellen Diskussion um den Erhalt der ca. 300 Jahre alten Eiche nimmt Landrat Robert Niedergesäß Stellung. Natürlich ist jeder Mensch, nicht nur die Grünen, für den Erhalt eines solchen Baumes. Bei der aktuellen Diskussion fehlen vielen Diskutanten, aber auch wichtige Informationen. Bei der Baumaßnahme geht es nicht nur um den sehr wichtigen und von allen Seiten erwünschten Radweg, der das Radwegenetz zwischen Ebersberg und Grafing Bahnhof nahezu schließt und den Landkreis fahrradfreundlicher macht, sondern auch um die Sanierung der Kreisstraße EBE 8, die sich in einem erbärmlichen Zustand befindet. Die Straße ist derzeit nur fünf Meter breit. Nach den rechtlichen Vorgaben muss eine Kreisstraße aber eine Mindestbreite von sieben Metern vorweisen, sonst wird sie auch nicht gefördert. Insbesondere diese Vorgabe führt zu den jetzigen Problemen.

Die jetzigen Reaktionen um den Erhalt der alten Eiche sind verständlich, genauso hat auch Landrat Robert Niedergesäß 2019 reagiert, als er erstmals von einem der betroffenen Grundstücksbesitzer auf die dreihundert Jahre alte Eiche aufmerksam gemacht worden ist. Er hat umgehend eine Überprüfung darüber angeordnet, ob es eine andere Möglichkeit der Trassenführung gibt. Das Ergebnis: Eine echte Alternative wurde bisher leider nicht gefunden. Der Baum steht mitten auf der neuen Straße. Der Eingriff war nach Aussage des staatlichen Bauamtes mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt und würde entsprechend ausgeglichen. Der Radweg ist wie schon gesagt nicht das Problem! Kleinere Umplanungen, wie von den Grünen gefordert, werden die Eiche leider nicht retten. Ändert man den Straßen- und Radwegeverlauf in größerem Umfang, hat das einen wesentlich höheren Flächenverbrauch zur Folge und würde im Bereich des Waldes bedeuten, dass ein acht bis zehn Meter breiter Streifen neu gerodet werden müsste. Die Bäume dort haben zwar nicht die Alleinstellungsmerkmale, die der alten Eiche zugeschrieben werden, sind aber auch viele Jahrzehnte alt und verbunden im Ökosystem „Wald“.

Eine andere Trassenführung würde neue erhebliche Einschnitte in Wiesen und Felder privater Grundbesitzer bedeuten. Damit den Beginn neuer Grundstücksverhandlungen und letztlich ein Baustopp für eine Baumaßnahme, die bereits vertraglich vergeben ist. Wegen der vorgegebenen Radien würde sich die Trasse massiv ändern. Geht man den Weg, von den Radien abzuweichen, stehen auch die staatlichen Zuschüsse in Frage, die hier immerhin 650.000 € betragen.

Allen Parteien im Kreistag war immer an einer Trassenführung so nah wie möglich an der bestehenden Trasse gelegen, das konnte umgesetzt werden. Auf der ursprünglichen Planfeststellungsvariante wären nur ca. 20 % auf der jetzigen Straßentrasse verlaufen, durch die gelungene „freiwillige Variante“ ist die Breite um 2 Meter reduziert und Verlauf ist weitgehend auf der jetzigen bereits versiegelten Straße. Straßenquerschnitt und Trassierungselemente wurden auf ein Minimum reduziert, d.h., Mindestradien von 300 m auf 200 m und Fahrbahnbreite von 8 m auf 7 m. Aus einer „Schnellstraße“, auf der man 100 km/h hätte fahren können, wurde eine umweltschonende Variante mit einer Tempo 70 Beschränkung und der Vermeidung einer weiteren Flächenversiegelung von mindestens 1.200 qm. In Kooperation und Mitwirkung aller Grundstückseigentümer wurde in einem mehrjährigen Verhandlungsverfahren einvernehmlich die jetzige Trassenführung vertraglich festgelegt So konnte auch ein langwieriges Planfeststellungsverfahren vermieden werden, das im Ergebnis wohl eher nicht zu dieser flächenschonenden Variante geführt hätte.

Trotz dieser Tatsachen hat Landrat Robert Niedergesäß bereits beim Spatenstich am 3.6.2020 veranlasst, dass die alternativen Untersuchungsvarianten nochmals dem ULV-Ausschuss in seiner Sitzung am 30.06.2020 vorgelegt werden. „Jede der Alternativen, die man bis jetzt kennt, die auch in den Kreisgremien vorgestellt und diskutiert wurden, bedeutet einen Eingriff in die Natur, bedeutet Rodungen. Ich bin gerne bereit diesen Abwägungsprozess noch einmal zu diskutieren und Trassen zu untersuchen, die den Erhalt des Baumes ermöglichen, denn ich sehe den ökologischen und ideellen Wert dieses Baumes und der Gedanke, dass er gefällt werden muss, war und ist auch für uns sehr schmerzlich“, so Landrat Robert Niedergesäß.