Suche

Impfaktion des Gesundheitsamts Ebersberg

Meldung vom 23.09.2019

Alle 15- bis 24-Jährigen, die im südlichen Landkreis Ebersberg leben oder arbeiten, können sich am Gesundheitsamt Ebersberg kostenfrei gegen Meningokokken C Erkrankungen impfen lassen

Impfempfehlung

Impfaktion verlängert!

Wegen der großen Nachfrage wird die Impfaktion des Gesundheitsamtes verlängert.
Impfungen gegen Menigokokken Serotyp C werden zusätzlich vom 30.09.-02.10. 2019 von 15.00-20.00 Uhr angeboten.
Anmeldungen werden vom 23.09.-27.09.2019 unter 08092-823-391 angenommen.

Im südlichen Landkreis Ebersberg sind in der Zeit vom März bis August 2019 drei junge Menschen an schweren Verlaufsformen einer Meningokokken-Sepsis erkrankt. Darüber hinaus erkrankte eine 56 Jahre alte Kontaktperson des ersten Erkrankungsfalles.

Bei allen Erkrankten wurde der gleiche Meningokokken C-Erregerstamm nachgewiesen. Dies beweist, dass der Erreger weiterhin im südlichen Landkreis Ebersberg zirkuliert. 

Wegen der aktuellen Erkrankungsfälle hat das Gesundheitsamt Ebersberg bereits am 22. August 2019 die Impfung gegen Meningokokken C empfohlen. In enger Abstimmung mit den Fachbehörden erfolgt nun ergänzend eine Impfaktion für alle 15- bis 24-Jährigen im südlichen Landkreis Ebersberg. Für diesen Personenkreis entstehen keine Impf-Kosten, da für ihn der Freistaat Bayern die Kosten übernimmt, soweit sie nicht aufgrund der Schutzimpfungs-Richtlinie von der jeweiligen Krankenkasse übernommen werden.

Diese Impfaktion richtet sich an alle Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren, die in der Region südlicher Landkreis Ebersberg (Aßling, Baiern, Bruck, Ebersberg, Egmating, Emmering, Frauenneuharting, Glonn, Grafing, Kirchseeon, Moosach, Oberpframmern, Steinhöring) und Hohenlinden gemeldet sind. Darüber hinaus sind auch alle Personen dieser Altersgruppe angesprochen, die in dieser Region einer Tätigkeit nachgehen.

Ab sofort können Betroffene sich zu der Impfaktion beim Gesundheitsamt Ebersberg telefonisch anmelden und zwar zu den üblichen Dienstzeiten unter der Telefonnummer (08092) 823 391. Die Impfungen beginnen in der kommenden Woche am Montag, 23., Dienstag, 24. und Mittwoch, 25.  September jeweils von 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr im Gesundheitsamt Ebersberg, Eichthalstraße 5.


Allgemeine Fragen zum Thema Meningokokken und Meningokokken-Infektionen

1.    Was sind Meningokokken-Erkrankungen?

Eine Meningokokken-Infektion ist eine schwere Krankheit, die innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann. Die invasive Erkrankung wird durch Bakterien der Art Neisseria meningitidis, auch Meningokokken genannt, verursacht. Eine invasive Infektion durch Meningokokken liegt vor, wenn z.B. aus Blut, Liquor, oder anderen normalerweise sterilen klinischen Materialien direkt oder indirekt Meningokokken nachgewiesen werden oder das spezifische klinische Bild (Purpura fulminans, inkl. Waterhouse-Friderichsen-Syndrom) erfüllt ist. Ungefähr 10% der Menschen sind mit Meningokokken im Nasen-Rachen-Raum besiedelt ohne klinischer Symptome zu zeigen.

In Deutschland kommen invasive Meningokokken-Erkrankungen sehr selten vor, im Jahr etwa 4 Fälle pro 1 Millionen Menschen. Zumeist handelt es sich um Einzelfälle oder um kleine räumlich begrenzte Häufungen.

2.    Wie werden Meningokokken übertragen?

Da Meningokokken den Nasen-Rachen-Raum besiedeln, erfolgt die Übertragung meist über Tröpfcheninfektion. Die Bakterien gelangen beim Sprechen, Husten oder Niesen in kleinen Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum in die Luft und können aus kurzer Entfernung eingeatmet werden. Weiter kann es durch engen Kontakt mit der erkrankten Person auch über Schmierinfektion übertragen werden, zum Beispiel durch Kontakt mit Nasensekret.

3.    Wie lange ist man ansteckend?

Symptome treten in der Regel 2 bis 10 Tagen nach der Infektion auf, ansteckend ist man 7 Tage vor Symptombeginn bis 24 Stunden nach der ersten Antibiotikagabe.

4.    Wie schütze ich mich gegen Meningokokken?

Zum Schutz vor einer Meningokokken-Erkrankung wird die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten empfohlen. Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Weiterhin stehen Impfungen gegen weitere Serogruppen (ACWY und B) zur Verfügung. Diese werden von der STIKO nur für bestimmte Risikogruppen empfohlen.

Darüber hinaus sollte man nach Möglichkeit den Kontakt mit an Meningokokken erkrankten Personen vermeiden. Enge Kontaktpersonen, die im gleichen Haushalt mit betroffenen Personen leben, haben ein erhöhtes Risiko, an einer Meningokokken-Infektion zu erkranken. Auch andere enge Kontaktpersonen (z.B. Sitznachbar in der Schule, Freunde in Kindertageseinrichtungen, andere Bezugspersonen mit engem Kontakt) können gefährdet sein. Präventiv wird eine Antibiotika-Gabe (Postexpositionsprophylaxe, Chemoprophylaxe) so schnell wie möglich nach dem Kontakt empfohlen. Sinnvoll ist die Gabe noch bis zum 10. Tag nach dem Kontakt. Enge Kontaktpersonen sollten zusätzlich auch noch eine Impfung gegen Meningokokken erhalten. Bei Kontaktpersonen kann es trotz Antibiotikagabe zur Erkrankung kommen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich zusätzlich gegen Meningokokken impfen lassen. Bei Beachtung dieser Empfehlung kann das Risiko des Ausbruchs der Erkrankung und die Übertragungsgefahr für andere vermindert werden.

5.    Wo kann ich mich über Meningokokken und die Meningokokken-Impfung informieren?

Weitere Informationen über Meningokokken und die Impfung dagegen finden Sie auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitlich Aufklärung (BzGA), dem Robert Koch-Institut (RKI) oder dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Natürlich können Sie sich auch bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin beraten lassen.

Links:

BzGA: https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/meningokokken/#c934

RKI: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html

LGL: https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/meningokokken/index.htm

6.    Wie ist der Verlauf invasiver Meningokokken-Erkrankungen gekennzeichnet?

Invasive Meningokokken-Erkrankungen verlaufen in ca. zwei Drittel der Fälle als Meningitis (Hirnhautentzündung). In ca. einem Drittel der Fälle ist der Verlauf durch eine Sepsis gekennzeichnet, die bei 10 bis 15% der Erkrankungen als eine besonders schwere Form des septischen Schocks, als sogenanntes Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, auftreten kann. Seltener treten im Rahmen von invasiven Erkrankungen auch Lungenentzündungen (Pneumonien), Herzmuskelentzündungen (Myokarditis), Herzinnenhautentzündungen (Endokarditis), Herzbeutelentzündungen (Perikarditis), Gelenkentzündungen (Arthritis) oder Entzündungen des Knochens und des Knochenmarks (Osteomyelitis) auf.

Invasive Meningokokken-Erkrankungen führen bei 10 bis 20 % aller Betroffenen zu Komplikationen, die teilweise schwerwiegend sind (z.B. von Lernschwierigkeiten bis hin zu schweren Behinderungen oder Amputation von Gliedmaßen). Bei Fällen mit ausschließlicher Meningokokken-Meningitis liegt die Letalität in Deutschland bei ca. 1 %, bei einer Sepsis bei ca. 13 % und bei Sepsis mit Waterhouse-Friderichsen-Syndrom bei ca. 33 %. Nahezu alle Fälle von invasiven Meningokokken-Erkrankungen erfordern eine stationäre Behandlung im Krankenhaus (Quelle: RKI Ratgeber Meningokokken: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html)

Fragen zum aktuellen gehäuften Auftreten von Meningokokkenerkrankungen im Landkreis Ebersberg / Impfaktion

7.    Was mache ich, wenn ich zur Altersgruppe 15-24 Jahre gehöre und im Gebiet Ebersberg arbeite, aber nicht dort lebe?

Wenn Sie in der Region südlicher Landkreis Ebersberg (Aßling, Baiern, Bruck, Ebersberg, Egmating, Emmering, Frauenneuharting, Glonn, Grafing, Kirchseeon, Moosach, Oberpframmern, Steinhöring) und Hohenlinden arbeiten oder häufigen und nahen Kontakt zur dortigen Bevölkerung haben und zwischen 15–24 Jahre alt sind, dann wenden Sie sich bitte an das Gesundheitsamt Ebersberg (Kontakt s. u.) und vereinbaren Ihren kostenfreien Beratungs- und Impftermin.

8.    Für wen ist die Impfung wichtig und wo kann ich mich impfen lassen?

Seit 2006 wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C mit einer Impfstoffdosis eines konjugierten Meningokokken-C-Impfstoffs für Kinder empfohlen (s. Frage 4). Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. In der gesetzlichen Krankenversicherung werden die Kosten für Versicherte bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres übernommen. Bei privater Krankenversicherung richtet sich dies nach dem jeweils gewählten Tarif. Wenn Sie oder Ihr Kind zu dieser Personengruppe gehören, wenden Sie sich an Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt, um die fehlende Impfung nachzuholen.

Ein ausreichender Impfschutz ist weiterhin für alle Personen wichtig, die unmittelbaren, engen Kontakt zu einem der bisher bekannten vier Erkrankten hatten. Für diesen Personenkreis übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen ebenfalls die Kosten.

Wenn Sie zu dieser Personengruppe gehören, wurden Sie schon vom Gesundheitsamt kontaktiert. Bei Rückfragen melden Sie sich bitte an das Gesundheitsamt.

Wenn Sie in der Region südlicher Landkreis Ebersberg (Aßling, Baiern, Bruck, Ebersberg, Egmating, Emmering, Frauenneuharting, Glonn, Grafing, Kirchseeon, Moosach, Oberpframmern, Steinhöring und Hohenlinden) leben, arbeiten oder häufigen, nahen Kontakt zur dortigen Bevölkerung haben und zwischen 15 – 24 Jahre alt sind, melden Sie sich bitte ebenfalls an das Gesundheitsamt Ebersberg und vereinbaren Sie Ihren kostenfreien Beratungs- und Impftermin.

Gesundheitsamt Ebersberg
Eichthalstr.5
85560 Ebersberg
Tel 08092 823-391
(zu den üblichen Dienstzeiten)

9.    Wer ist eine Kontaktperson?

Bei Auftreten eines Erkrankungsfalls durch Meningokokken ermittelt das zuständige Gesundheitsamt die Kontaktpersonen.

Enge Kontaktpersonen sind z.B.:

  • Alle Haushaltsmitglieder
  • Personen, die engen Kontakt zu Erkrankten zum Beispiel beim Sprechen oder Küssen hatten und so mit Sekreten aus dem Mund und Rachen (Sprechen, Niesen, Husten, Küssen ) in Kontakt gekommen sind (z.B. Intimpartner, enge Freunde, evtl. Banknachbarn in der Schule, medizinisches Personal z.B. bei Mund-zu-Mund-Beatmung, Intubation, Absaugen, intensiver Inspektion des Nasenrachenraumes ohne Mundschutz usw.)
  • Kontaktpersonen in Gemeinschaftseinrichtungen mit haushaltsähnlichem Charakter (z.B. Kasernen, Internate, Wohnheime etc.)
  • Kontaktpersonen in Kindereinrichtungen mit Kindern unter sechs Jahren (bei guter Gruppentrennung nur die entsprechende Gruppe)
  • Als Kontaktpersonen werden auch solche Personen bezeichnet, die in den letzten sieben Tagen vor Ausbruch der Erkrankung mit dem Erkrankten einen sehr engen Kontakt hatten, der dem eines Haushaltskontaktes gleicht.

10.  Was müssen die Kontaktpersonen von Erkrankten beachten, um sich selbst zu schützen?

Enge Kontaktpersonen haben ein erhöhtes Risiko an einer invasiven Meningokokken-Infektion zu erkranken. Ihnen wird daher eine zeitnahe postexpositionelle Chemo-prophylaxe (Antibiotikagabe) empfohlen. Ziel ist, dadurch eine Erkrankung bereits infizierter Personen zu verhindern und durch die Sanierung von Keimträgern (Abtöten der Erreger im Nasen-Rachenraum) eine Weiterverbreitung zu unterbinden. Eine prophylaktische antibiotische Behandlung muss daher schnellstmöglich durchgeführt werden und ist bis spätestens 10 Tage nach Kontakt zu erkrankter Person sinnvoll. Darüber hinaus sollten alle engen Kontaktpersonen zusätzlich eine postexpositionelle Meningokokken-Impfung erhalten, da für diese Personengruppe trotz einer Chemoprophylaxe ein erhöhtes Risiko für eine Meningokokken-Erkrankung im Jahr nach dem Kontakt beobachtet wurde. Die Impfung sollte mit einem Impfstoff, der die entsprechende Serogruppe enthält, erfolgen. Für den persönlichen Schutz ist, außer einer Chemoprophylaxe und Impfung, vor allem auf die Früherkennung der Symptome zu achten (Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen) und unverzüglich ärztlichen Rat aufzusuchen (vorab telefonische Information der Praxis und Information zum möglichen Kontakt zu einer an Meningokokken erkrankten Person). 

Quellen:

RKI-Ratgeber Meningokokken:
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Meningokokken.html

Hoek MR, Christensen H, Hellenbrand W, Stefanoff P, Howitz M, Stuart JM. Effectiveness of vaccinating household contacts in addition to chemoprophylaxis after a case of meningococcal disease: a systematic review. Epidemiol Infect 2008; 136(11): 1441–1447.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2870749/

Mitteilung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut Empfehlung und Begründung einer postexpositionellen Meningokokken-Impfung:
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2009/Ausgaben/31_09.pdf?__blob=publicationFile

11.  Warum ist eine der Kontaktpersonen trotzdem ebenfalls an Meningokokken C erkrankt?

Engen Kontaktpersonen von Meningokokkenerkrankten wird eine postexpositionelle Chemoprophylaxe (Antibiotikagabe) und zusätzlich zeitnah die Meningokokken-C-Impfung empfohlen.

Die später erkrankte Kontaktperson erhielt eine entsprechende postexpositionelle Chemoprophylaxe. Die Kontaktperson erkrankte etwa 2 Monate nach der üblichen Inkubationszeit (Zeit der Ansteckung bis zu ersten Krankheitszeichen). In der Literatur wird beschrieben, dass enge Kontaktpersonen, trotz erhaltener Chemoprophylaxe, ein erhöhtes Risiko für eine Meningokokken-Erkrankung im Zeitraum bis zu einem Jahr nach dem Kontakt haben.

Dies ist zum einen dadurch zu erklären, dass die Eradikationsraten je nach verwendetem Antibiotikum bei bestehender Meningokokken-Trägerschaft bei 72-97% liegen. Das heißt, dass 3-28% der Personen auch nach Erhalt einer Chemoprophylaxe weiterhin mit Meningokokken besiedelt sein können und eine spätere Erkrankung bzw. Weitergabe des Erregers nicht vollkommen ausgeschlossen werden kann. Zum anderen kann auch eine Infektion über einen Meningokokkenträger im Umfeld von erkrankter Person und Kontaktperson erfolgen, die dann zu einer invasiven Erkrankung führen kann.

Quellen:
Hoek MR, Christensen H, Hellenbrand W, Stefanoff P, Howitz M, Stuart JM. Effectiveness of vaccinating household contacts in addition to chemoprophylaxis after a case of meningococcal disease: a systematic review. Epidemiol Infect 2008; 136(11): 1441–1447.

Mitteilung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut Empfehlung und Begründung einer postexpositionellen Meningokokken-Impfung:
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2009/Ausgaben/31_09.pdf?__blob=publicationFile

12.  Wer sollte grundsätzlich gegen Meningokokken C geimpft sein?

Aufgrund von schweren Verläufen von Erkrankungen durch Meningokokken der Serogruppe C empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut seit 2006 die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C für alle Kinder möglichst frühzeitig im 2. Lebensjahr (ab 12 Monaten) mit einem Meningokokken-C-Konjugatimpfstoff. Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

13.  Warum richtet sich die Impfaktion an die Altersgruppe 15 bis 24 Jahre?

Bei den aktuellen Meningokokken-Erkrankungsfällen im südlichen Landkreis Ebersberg, gehörten 3 der 4 Erkrankten dieser Altersgruppe an, waren 18, 19 und 21 Jahre alt. Eine ältere Erkrankte hatte direkten Kontakt zu einem der beiden bereits im März Erkrankten und gilt somit als direkte Kontaktperson mit bekanntem Übertragungsweg.

Bei dem aktuellen Meningokokken C-Infektionsgeschehen im südlichen Landkreis Ebersberg scheinen derzeit junge Erwachsene besonders betroffen zu sein. Jugendliche und junge Erwachsene haben zudem sehr häufige und enge Kontakte untereinander und tragen deshalb auch als asymptomatische Träger ganz wesentlich zur Ausbreitung der Krankheit bei. Aus diesen Gründen richtet sich diese Impfaktion explizit an die Altersgruppe der 15-24-Jährigen.

Für invasive Meningokokken-Erkrankungen gibt es in Deutschland einen Häufigkeitsgipfel bei Kindern im 1. und 2. Lebensjahr (jeweils mit 5 und 2 Erkrankungsfällen/100. 000 Einwohner) und einen zweiten Häufigkeitsgipfel in der Altersgruppe der 15-24-Jährigen. (Datenquelle: Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten des Robert Koch-Instituts 2018. Verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Jahrbuch/Jahrbuch_2018.pdf?__blob=publicationFile.

Personen unter 18 Jahren ist die einmalige Meningokokken-Impfung bereits durch die STIKO empfohlen (siehe Frage 4.).

Aufgrund der seit 2006, also seit 14 Jahren, bestehenden Empfehlung der STIKO zur Impfung gegen Meningokokken C bei Kindern ab 12 Monaten sind Kinder und Jugendliche im Alter bis 14 Jahre im Landkreis Ebersberg zu ca. 65 % bereits geschützt. Die Impfquote bei den 6. Klassen im Landkreis Ebersberg lag 2018 bei 69%. Dies bedeutet zwar, dass nicht alle Kinder dieser Altersgruppe eine Impfung gegen Meningokokken erhalten haben, aber die fehlenden Impfungen können jederzeit beim Kinderarzt auf Kosten der Krankenkassen nachgeholt werden. Die Durchimpfungsrate bei den Jugendlichen im Alter von 15 – 18 Jahre ist jedoch nicht bekannt.

Bei Kindern und Jugendlichen sollte deshalb zeitnah der Impfstatus überprüft werden. Wer noch nicht gegen Meningokokken geimpft ist, sollte dies umgehend nachholen!

14.  Wo kann ich weitere Informationen erhalten?

Informationen zur aktuellen Situation im Landkreis Ebersberg erhalten Sie am Gesundheitsamt Ebersberg.
Weitere (Fach-) Informationen finden Sie auch im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes (www.rki.de/meningokokken).

Informationen zum Infektionsschutz durch Impfen finden Sie auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.impfen-info.de).